Die versteckten Kosten digitaler Extras beim Autokauf

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In der modernen Automobilbranche hat sich ein neues Geschäftsmodell etabliert, das Käufer neuer und gebrauchter Fahrzeuge vor unerwartete finanzielle Herausforderungen stellen kann: Abonnementgebühren für Fahrzeugextras. Namhafte Hersteller wie Audi, BMW und Volkswagen nutzen mittlerweile digitale Technologien, um Funktionen über das Fahrzeugsteuergerät zu aktivieren oder zu deaktivieren. Diese Entwicklung wirft bedeutende Fragen bezüglich des Mehrwerts und der Transparenz solcher Dienste auf.

Immer mehr Autohersteller setzen auf Abo-Modelle und Aktivierungskosten für Teile der Ausstattung!

Traditionell waren Abonnementdienste im Automobilsektor auf die Aktualisierung von Kartenmaterial und Softwareverbesserungen für Navigationssysteme und Entertainment-Komponenten beschränkt. Neuerdings jedoch erstrecken sich diese Abonnements auf eine breitere Palette von Fahrzeugfunktionen, einschließlich solcher, die zuvor als Standard und Extra angesehen wurden. Diese Dienste werden oft nicht als dauerhafte Käufe, sondern als zeitlich befristete Abonnements angeboten, was bedeutet, dass sie nach Ablauf einer bestimmten Periode zusätzliche Kosten verursachen!

Ein wesentliches Problem dieses Systems ist der Mangel an Transparenz bei der Verkaufsabwicklung. Viele Käufer sind sich nicht bewusst, dass die Extras, für die sie möglicherweise einen Premium-Preis gezahlt haben, nach ein oder zwei Jahren zusätzliche Abogebühren erfordern könnten. Dies kann zu bösen Überraschungen führen, wenn die Funktionen plötzlich deaktiviert werden und weitere Zahlungen notwendig sind, um sie wieder zu nutzen.

Die Problematik der Abo-basierten Fahrzeugfunktionen geht über finanzielle Belastungen hinaus und kann auch sicherheitsrelevante Risiken bergen. Wenn wichtige Assistenzsysteme plötzlich deaktiviert werden, weil das Abonnement ausläuft, kann sich das Fahrverhalten des Autos unerwartet ändern. Dies kann dazu führen, dass der Fahrer nicht mehr rechtzeitig vor Hindernissen gewarnt wird, was im schlimmsten Fall zu Unfällen oder schweren Beschädigungen des Fahrzeugs führen kann. Solch ein Szenario stellt eine erhebliche Gefahr dar, die nicht nur das finanzielle, sondern auch das persönliche Wohl der Insassen bedroht.

Ein persönliches Erlebnis unterstreicht das potenzielle Risiko: Ich besitze einen Audi A4 Avant Baujahr 2021, dessen Abonnement für zusätzliche Fahrerassistenzfunktionen im Juli 2023 auslief. Nach Ablauf des Abonnements funktionierte alles zunächst normal weiter. Einige Monate später trat jedoch eine Störung im Notfallsystem auf, die ich zunächst ignorierte und glaubte sie gehe von selber weg. Erst nach einem notwendigen Werkstattbesuch und einem Softwareupdate im März 2024 (da die Störung des Notfallsystems nicht weg ging) wurde mir bewusst, dass das Extra “Fahrerassistenz – Gefahreninformation” nicht mehr verfügbar war. Dieses Feature wurde nun als kostenpflichtiger Teil des Audi Connect-Pakets geführt um 229,50,- Euro pro Jahr! Man kann es nicht alleine erwerben! 

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Dieser Vorfall verdeutlicht nicht nur die potenziellen Unannehmlichkeiten und Kosten, die mit dem Abonnementmodell verbunden sind, sondern auch die Wichtigkeit einer sorgfältigen Prüfung der Verkaufsbedingungen und Extras des Fahrzeuges. Käufer müssen sich genau informieren, welche Funktionen ihres Fahrzeugs als Abonnement laufen und wann diese auslaufen. Darüber hinaus ist eine klare Kommunikation seitens der Autohersteller unerlässlich, um sicherzustellen, dass Käufer vollständig über die Bedingungen und die Langzeitkosten ihrer Fahrzeugfunktionen aufgeklärt sind.

Gefahr bei Autokauf:  Abo-Modelle – Extras zeitlich begrenzt! 

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung in Autos bietet zwar viele Vorteile, jedoch sollten die Kosten und die Art der Dienstleistung für den Endverbraucher immer transparent und fair gestaltet sein. Die Autoindustrie steht somit vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen innovativen Technologien und verbraucherfreundlichen Geschäftsmodellen zu finden.

Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus China kann sich die deutsche Autoindustrie eine solche Abo-Strategie bei Auto-Käufern kaum leisten, ohne langjährige Kundenbeziehungen zu gefährden. Diese Praxis könnte treue Kunden verärgern, die von traditionellen Werten wie Zuverlässigkeit und Transparenz ausgehen. Ein Abo-System macht vor allem bei Leihwagen Sinn, wo es aufgrund der kurzfristigen Nutzungsdauer und flexiblen Serviceoptionen eher auf Akzeptanz bei den Nutzern stoßen könnte. In einem solchen Kontext können abonnementbasierte Dienste eine praktische und kosteneffiziente Lösung darstellen.

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