Nützliche KI-Lösungen für Hafner:innen

Wie wird Ihr Handwerksbetrieb in fünf Jahren aussehen, wenn KI-Tools wie lokale Large Language Models (LLMs) den Alltag Ihrer Mitbewerber optimieren, während Sie weiterhin auf traditionelle Methoden setzen? Und welchen Wettbewerbsvorteil verpassen Sie, wenn KI im Hafnerhandwerk – von der Planung und Visualisierung bis hin zur Kundengewinnung – ungenutzt bleibt?

Diese Fragen stellte Ing. Josip Zekic kürzlich bei der 64. Technischen Tagung der Hafner, Platten- und Fliesenleger sowie Keramiker in Wels. Die Antwort ist klar: KI revolutioniert bereits heute das Wissensmanagement, das Marketing und die tägliche Arbeit im Kachelofenbau – und das bei voller Datensicherheit, wenn man die richtigen Werkzeuge wählt.

Führende Cloud-KI-Modelle und KI-Plattformen

 

Führende Cloud-KI-Modelle bzw. KI-Plattformen (Large Language Models = LLMs).

Was ist KI eigentlich – und warum gerade jetzt?

KI in Form von Large Language Models ist kein Zauber, sondern ein sehr großes neuronales Netz, das auf Basis riesiger Textmengen das nächste Wort extrem treffsicher vorhersagt. Es arbeitet statistisch und musterbasiert – schnell, intuitiv und kontextbezogen.

Große Cloud-Modelle wie Grok, Copilot, Gemini, ChatGPT, Mistral, DeepSeek, Perplexity oder Anthropic liefern beeindruckende Ergebnisse, sind jedoch nicht immer datenschutzkonform. Wer sensible Kundendaten, Pläne oder firmeninterne Dokumente schützen will, setzt besser auf lokale KI-Systeme wie LM Studio, PrivateGPT, Anything LLM oder Open WebUI. Diese laufen direkt auf dem eigenen Rechner – die Daten bleiben im Haus.

Wo KI im Hafnerbetrieb bereits heute hilft

Die Einsatzmöglichkeiten sind enorm vielfältig und betreffen fast alle Bereiche des täglichen Betriebs:

  • Design und Visualisierung: Ein Foto eines fertig gekachelten Ofens hochladen und per Prompt etwa „Kacheln in Grün ändern“ – in Sekunden steht eine neue Variante für die Kundenpräsentation bereit.
  • Marketing und Kundengewinnung: Werbetexte, E-Mail-Antworten, Facebook- und Instagram-Posts, Google-Bewertungen oder Antworten auf Rezensionen schneller und professioneller erstellen.
  • Wissensmanagement: Alte Fotos, Protokolle, Normen oder Bedienungsanleitungen in eine lokale KI laden und gezielt abfragen – etwa nach einem bestimmten Messefoto oder Fachthema.
  • Homepage und Sichtbarkeit: FAQ-Texte, Blogbeiträge oder Produktbeschreibungen erstellen. Klassische SEO wird dabei zunehmend durch AEO ergänzt – also Inhalte, die von KI-Systemen direkt als Antwort herangezogen werden.
  • EDV-Support und Alltag: Windows-Probleme erklären, kleine Programmieraufgaben lösen, Übersetzungen anfertigen oder technische Dokumente analysieren.

Gerade in Bereichen wie Marketing, Weiterempfehlungen, Rezensionen oder Wissensaufbau ist KI schon heute eine massive Hilfe. Bei detaillierter Planung, Materialbeschaffung oder dem eigentlichen Kachelofenbau bleibt der Mensch aber weiterhin unersetzlich.

Datenschutz und lokale Lösungen als entscheidender Vorteil

Für Hafnerbetriebe ist Datenschutz zentral. Cloud-KIs speichern und trainieren oft mit eingegebenen Daten – sensible Kundendaten, Pläne oder firmeninterne Dokumente gehören aber nicht in fremde Rechenzentren. Lokale KI-Systeme laufen direkt auf dem eigenen Rechner oder auf einem dedizierten Gerät.

Viele Hafner verfügen ohnehin bereits über leistungsstarke Rechner mit NVIDIA-Grafikkarten, die ursprünglich für CAD-Programme und 3D-Visualisierungen angeschafft wurden. Diese Hardware eignet sich auch hervorragend für lokale Large Language Models und liefert schnelle Antworten bei akzeptablem Stromverbrauch.

Olares One lokale KI-Hardware

 

Hardware für lokale KI: Olares One mit Olares OS als kompakte Plattform für lokale Modelle.

Ein besonders spannendes Beispiel ist der Olares One – ein kompakter Mini-PC für lokale KI aus einem Kickstarter-Projekt. Das Gerät verfügt laut Vorstellung über eine NVIDIA GeForce RTX 5090 Mobile mit 24 GB VRAM, einen Intel Core Ultra 9 275HX, 96 GB DDR5-RAM und ein eigenes, auf KI optimiertes Open-Source-Betriebssystem.

Das System funktioniert wie ein persönlicher Cloud-Server: Modelle lassen sich per App-Store-ähnlichem Prinzip mit einem Klick installieren, mehrere Modelle können parallel laufen und das Gerät ist auch im Netzwerk oder von unterwegs erreichbar. Laut Tests arbeitet es schneller als viele herkömmliche Lösungen und bleibt zugleich relativ sparsam im Stromverbrauch.

Praktische Tipps für den Einstieg

  • Mit unkritischen Dokumenten und einfachen Prompts starten.
  • Verschiedene KI-Systeme vergleichen, denn jedes Modell hat andere Stärken.
  • Ergebnisse immer prüfen, weil auch gute Modelle halluzinieren können.
  • KI nicht als Ersatz für Fachwissen sehen, sondern als Werkzeug zur Beschleunigung und Unterstützung.

Fazit

KI ist kein Zukunftstraum mehr, sondern bereits heute ein praktisches Werkzeug, das Zeit spart, Kreativität steigert und Wettbewerbsvorteile schafft – vom schnellen Design bis zum modernen Online-Marketing.

Der Österreichische Kachelofenverband arbeitet aktiv daran, relevantes Kachelofen-Wissen in lokale KI-Systeme zu bringen und die Umsetzung für Betriebe greifbar zu machen. So kann Fachwissen gesichert, weitergegeben und für kommende Generationen nutzbar gehalten werden.

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