Scheitholz, Kaminholz – modernes Heizen mit Tradition

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Holz ist der älteste Brennstoff auf der Welt, aber in der heutigen Zeit zugleich auch immer gefragter. Seit einer Million Jahren sind es nach wie vor dieselben Vorteile, die das Heizen und Kochen mit Holz so interessant machen. Infolge der technologischen Weiterentwicklung moderner Holzfeuerungen und durch die aktuelle Energiekrise, hat Scheitholz, Pellets sowie Holzbriketts eine verheißungsvolle Zukunft als umweltfreundlicher, hocheffizienter und krisensicherer Energieträger vor sich.

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Kachelofen richtig heizen - oben anzünden
Holz Feuer Kachelofen
Holz - Feuer im Kachelofen

Holz – krisensicher vor der Haustür oder im Keller lagern

Knapp die Hälfte der österreichischen Staatsfläche ist Wald. Nachhaltigkeit wird hier ganz groß geschrieben, schließlich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft. Vor über 300 Jahren erkannte man, dass Holz, solange man nicht mehr erntet als nachwächst, zeitlich unbegrenzt zur Verfügung steht. Dadurch ist der Holzvorrat seit den 1960er- Jahren um 50 % angestiegen. Als Brennholz wird Waldpflegeholz genutzt, das sich nicht für die Weiterverarbeitung in der Industrie eignet. Etwa die Hälfte der heimischen Haushalte heizt zumindest teilweise mit Holz – mit Zentral- oder Zusatzheizung oder über Fernwärme. Wer einmal im Winter einen Stromausfall erlebt hat, weiß den Herd oder den Kamin- und Kachelofen zu schätzen.

Kleinkachelofen Wohnzimmer in Wien

Holz heizen hilft beim Geld sparen

Für jeden Haushalt und jede Geldbörse gibt es das richtige Holzheizsystem. Die Scheitholzpreise sind gegenüber fossilen Energieträgern stabil und preisgünstig. Selbst wenn man keinen eigenen Wald besitzt – kostengünstiger als mit einem Ofen und Brennholz kann man nicht heizen, sichtbare Flamme, Strahlungswärme und knisterndes Holz inklusive. Moderne Holzheizungen lassen auch keine Wünsche hinsichtlich Komfort offen; automatische Steuerung und Anfeuerung, Kombigeräte mit Pellets oder Wärmepumpe, mit und ohne Einbindung in die Zentralheizung – alles ist möglich. Auch beim Design sind Kachelofen, Kamin oder Herd unschlagbar und fehlen in kaum einem modernen Haushalt. Auch als Zusatzheizung und Zweitsystem ist ein Kachelofen ideal und lässt einen bei Blackouts ruhig schlafen. Gerade jetzt Winter 2022, wo die Energiekosten für Gas, Öl und Strom explodieren, bietet der Kachelofen eine perfekte Sparmaßnahme. Jeder der vor Jahren sich einen Kachelofen hat setzten lassen, ist mit dieser Investition hoch zufrieden.  

Einen zuverlässigen Hafnermeister in der Nähe findet man in der Hafnersuche des Österreichischen Kachelofenverbandes.

Buche, Birke, Fichte – Holzarten im Vergleich

Buche: Hervorragendes Brennholz für alle Ofenarten, wegen Flammenbild besonders für Sichtfenster. Hoher Heizwert, knistert und spritzt nicht, gleichmäßiger langer Abbrand, erzeugt viel Glut.

Eiche: Hoher Heizwert, aber nur für geschlossene Feuerstätten geeignet, da es spritzt. Enthält Gerbstoffe, muss darum sehr trocken sein, sonst können Säuren den Rauchfang angreifen.

Hainbuche (Weißbuche): Noch härter als Buchenholz, lässt sich nur schwer sägen und spalten. Brennt sehr lang und hat ähnlich wie Eiche einen besonders hohen Heizwert.

Birke: Hervorragendes, dekoratives Kaminholz mit schönem, blauen Flammenbild. Trocknet schnell aus, brennt leicht an und hat einen angenehmen Geruch aufgrund des Gehaltes an ätherischen Öls.

Esche: Neben Birke schönstes Flammenbild, ist im Heizwert und Preis mit Buchenholz vergleichbar.

Fichte: Brennt leicht an (Anzündholz) und entwickelt schnell hohe Temperatur, angenehmer Geruch. Für offene Kamine nicht geeignet, da es aufgrund hohen Harzgehaltes spritzt und knistert.

Tanne: Gegenüber Fichte hat die Tanne einen geringeren Harzanteil, wodurch es bei Verbrennung nur wenig zum Funkenflug kommt.

Kiefer: Aufgrund größerer Dichte deutlich höherer Heizwert als andere Nadelhölzer, aber niedriger als bei Harthölzern. Neigt aufgrund des hohen Harzgehaltes zum Spritzen und zur Rußbildung.

Pappel/Weide: Weichhölzer, brennen schnell ab. Nur als Sommerholz geeignet, wenn weniger Wärme benötigt wird.

Eine liste an Österreichischen Holzlieferanten finden Sie unter https://www.joogle.at/holz-lieferanten-in-oesterreich-wien/

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Hartholz oder Weichholz?

Hartes Holz (Laubholz) ist dichter als Weichholz (Nadelholz, Pappel, Weide) und somit bei gleichem Volumen schwerer. Daher ist im Hartholz bei gleicher Größe mehr Energie gespeichert als
im Weichholz. Ein Raummeter Fichtenscheite entspricht 135 Liter Heizöl, ein Raummeter Buchenbrennholz ersetzt 193 Liter Heizöl. Sind die Scheite gleich schwer, enthalten sie auch annähernd gleich viel Energie, egal, ob Weich- oder Hartholz. Will man ein Feuer entzünden, ist man gut beraten, als Anzündholz Weichholz zu nehmen, da es leichter entflammbar ist. Idealerweise hat man verschiedene Holzarten am Stapel: weiches, einfach zu spaltendes Holz zum Anfeuern und Hartholz, um die Glut lange zu halten.

2-3 Jahre trockenes Holz heizt viel besser!

Der Wassergehalt des Holzes hat einen enormen Einfluss auf den Heizwert. Lufttrockenes Holz mit etwa 20 % und weniger Wassergehalt besitzt gegenüber waldfrischem Holz den doppelten Heizwert. Feuchtes Holz ist schwer entflammbar und gibt weniger Energie ab, weil diese für die Verdunstung des Wassers benötigt wird. Feuchtes Holz verheizen ist absolut falsch. Außerdem kann beim Verbrennen dieses Schwitzwasser im Rauchfang kondensieren, und dadurch der Rauchfang versotten. Achtung! Das kann in späterer Folge zu einem Rußbrand im Rauchfang führen. Dieses Schwitzwasser kann zu Korrosionen im Ofen und im Kamin führen. Durch nicht ausgebrannte Holzgase infolge der niedrigen Verbrennungstemperatur verqualmt feuchtes Holz die Nachbarschaft und belastet die Umwelt.

Heizwert von Holz abhängig vom Wassergehalt

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Wie viel Holz bekomme ich bei einem Festmeter, Raummeter oder Schüttraummeter?

Beim Brennholzkauf sollte man sich im Vorfeld auf das Verkaufsmaß einigen. Ein Festmeter ist ein gedachter Würfel aus massivem Holz mit 1 x 1 x 1 m, also ein Kubikmeter. Auch ein Raummeter ist ein Kubikmeter, hat aber Zwischenräume, da das Holz geschlichtet ist, sei es Rund- oder Scheitholz, kurz oder lang. Holzscheite mit kürzeren Längen, wie 25 oder 33 cm, nennt man Stückholz. Wird ein Kubikmeter Stückholz nicht geschlichtet, sondern geschüttet, ergibt dies einen Schüttraummeter. Da keine Ordnung herrscht, entstehen große Zwischenräume. Ein Schüttraummeter enthält also nur also nur etwa 50 % Holz und zur anderen Hälfte Luft.

Brennstoff und Feinstaub reduzieren

Bei fast allen Verbrennungsvorgängen entsteht unabhängig vom Brennstoff (Kohle, Öl, Gas, Holz) Feinstaub. Hauptverursacher dieser Emissionen sind sogenannte Allesbrenner, eine veraltete Bauform von Scheitholzkesseln. Mit dem Austausch alter Öfen und Kessel durch moderne, elektronischgeregelte Holzheizungen lassen sich der Holzverbrauch leicht um die Hälfte und die Feinstaubemissionen um bis zu 90 % reduzieren. Selbst bei naturbelassenem
Holz kann es bei unvollständiger Verbrennung in Holzöfen zu schädlichen Staubemissionen kommen, wenn das Holz zu feucht ist oder nicht für ausreichende Verbrennungsluft gesorgt ist. Richtiges Ein- und Nachheizen leistet daher einen wesentlichen Beitrag zur Luftreinhaltung.

Checkliste für das richtige Heizen

Richtig heizen mit Holz heißt rauch- und rückstandfrei verbrennen mit hohen Temperaturen im Feuerraum. Ein helles Flammenbild ist ein Zeichen für eine saubere Verbrennung. 

Betrieb und Wartung eines Holzofen

Scheitholzkessel müssen per Hand beschickt werden, in der Regel einmal am Tag. Trotzdem bieten sie hohen Komfort dank automatischer Zündung und Entaschung, Reinigung per Knopfdruck und Vergasertechnik für eine lange Brenndauer. Für den problemlosen Betrieb muss die Asche regelmäßig entfernt werden. Kleinere Mengen kann man großflächig im Garten verstreuen, größere Mengen entsorgt man im Restmüll. Wärmetauscher sollten regelmäßig gereinigt werden, da sonst der Wirkungsgrad sinkt. Moderne Kessel lässt man am besten jährlich vom Installateur oder Werkskundendienst überprüfen. So vermeidet man, dass Bauteile frühzeitig defekt werden. Da es im Kamin zu Abla- gerungen kommt, muss dieser regelmäßig vom Rauchfangkehrer gereinigt werden.

Holzheizungen brauchen einen Rauchfang

Jede Holzheizung benötigt einen eigenen geeigneten Rauchfang (Kamin). Für Niedrigenergie- oder Passivhäuser ist ein raumluftunabhängiges Heizgerät mit externer Verbrennungsluftzufuhr notwendig. Moderne Luft-Abgas-System-Rauchfänge verfügen hierfür über zwei Züge, einen für die Verbrennungsluft- und einen für die Abgasführung ins Freie.

Scheitholzheizungen: große Vielfalt beim Hafner

Wer mit Holz heizen möchte, hat viele Möglichkeiten. Die Palette reicht vom kostengünstigen, industriell hergestellten Kaminofen über verschiedene Formen von Kachelöfen und Herden bis zum wassergeführten Ofen oder zur Zentralheizung. Die Preisspanne erstreckt sich von wenigen tausend Euro für ein Einsteigermodell bis zu mehreren tausend Euro für ein Top-Gerät mit allen technischen Raffinessen und Steuerungen. Stückholzzentralheizungen sind inklusive Pufferspeicher und Einbau in der Leistungsklasse 20 bis 40 kW ab 8.000 Euro zu haben. Eine Holzheizung begleitet ihren Käufer oft über Jahrzehnte. Daher sollten Sie auf Qualität achten und Produkte verschiedener Hersteller und Preiskategorien vergleichen.

Hinweis: Holzöfen und Kessel, die besonders hohe Anforderungen an Emissionen, Wirkungsgrad, Verarbeitungsqualität und Herstellerservice erfüllen, werden in Österreich mit dem „Umweltzeichen“ und in Deutschland mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet.

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